SHB Altersvorsorgefond KG: Wichtiger Vertragspartner ist insolvent – wie geht’s für die Anleger weiter?

Mit Beschluss vom 28.09.2015 hat das Insolvenzgericht München das Insolvenzverfahren über die LHI Immobilienfond GmbH & Co. Technologiepark Köln Beteiligungs KG eröffnet (1542 IN 1407/15). Es handelt sich hierbei um einen wesentlichen Vertragspartner des SHB Altersvorsorgefond KG, der in Höhe von 62,99 % ausweislich des Emissionsprospektes an der insolventen Gesellschaft beteiligt war. Damit sind die Anteile an der Beteiligungs KG wohl als wertlos anzusehen, was die wirtschaftlichen Probleme des SHB Fonds noch verstärken dürfte.

SHB – Fonds: Zusammenhänge, Gruppierung und Zugehörigkeit – bedrohliche Entwicklung

Die SHB Altersvorsorgefond KG war gemeinsam mit den übrigen SHB-Fonds bereits durch die Insolvenz der früheren Geschäftsführungsgesellschaften SHB Innovative Fondkonzepte AG und SHB Innovative Fondkonzepte GmbH in wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser geraten. Die Insolvenzen waren Teil des Anlegerskandals um die Herren Stefan Schäfer und Jonas Köller von der Frankfurter S & K-Gruppe, die sich gegenwärtig in Frankfurt vor dem Kriminalgericht behaupten müssen. Bereits zuvor war Kritik an dem Beteiligungsmodell der SHB-Gruppe laut geworden. Für viele Anleger, die den Anpreisungen der „Immorente“-Produkte der SHB-Gruppe anvertraut haben, wird die Lage derzeit bedrohlich.

„Die SHB Innovative Fondkonzepte GmbH & Co. Altersvorsorge KG hat sich zwischenzeitlich umbenannt und firmiert jetzt unter München – Dornach und Köln GmbH & Co. KG. Die Fondgesellschaft hat in einem wichtigen Rechtstreit vor dem Oberlandesgericht (OLG) München verloren, die Beteiligungsgesellschaft Fidelitas Treuhand GmbH in einem anderen Verfahren gegen einen Anleger ebenfalls. Dort wurde zudem noch die Fehlerhaftigkeit des Emissionsprospektes festgestellt. Es dürften auf die Fondgesellschaft in nächster Zeit erhebliche Rechtsstreitigkeiten zukommen, die die finanzielle Lage noch weiter anspannen dürften. Anleger, die sich mit dem Thema in den letzten Jahren nicht befasst haben, sollten dringend hellhörig werden“, meint der Berliner Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, der langjährige Erfahrung auf dem Sektor des Kapitalanlagenrechts besitzt.

Der Jurist weist darauf hin, dass nach den Angaben im Emissionsprospekt der SHB Altersvorsorgefond KG nahezu ausschließlich das wirtschaftliche Wohlergehen des Fonds an die nunmehr insolvente LHI Beteiligungs KG geknüpft war. Wenn ein derart wichtiger Vertragspartner durch eine Insolvenz wegfällt, hat dies nach Ansicht des Juristen wirtschaftlich weitreichende Folgen für die Fondgesellschaft.

Fazit: SHB-Fonds Anleger können Ansprüche gegen Gründungsgesellschafter und Vermittlern und Beratern geltend machen

„In einer solchen Situation ist natürlich zu prüfen, wer möglicherweise auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden kann, sofern die Fondsbeteiligung sich als nicht mehr werthaltig herausstellt. Nach den insoweit wegweisenden Urteilen des OLG München sind Ansprüche aus Aufklärungsverschulden gegenüber sämtlichen in Betracht kommenden Gründungsgesellschaftern und nach einer aktuellen Entscheidung des OLG Naumburg auch gegenüber den Kapitalanlagenvermittlern und Beratern zu überprüfen. Dies ist allen betroffenen Anlegern nur zu raten“, meint Rechtsanwalt Röhlke.