Vermittler- und Beraterhaftung

Das Oberlandesgericht in Naumburg hat bereits einen freien Anlageberater zur Zahlung von Schadensersatz im Zusammenhang mit der Vermittlung von zwei SHB-Fonds verurteilt, das Landgericht Dresden auch die AFD GmbH, damit den Hauptvertrieb der SHB-Beteiligungen. Bei der Frage des Haftung des Kapitalanlagevertriebs oder des eingesetzten Beraters kann sich der Anleger regelmäßig entweder darauf berufen, der vom Berater eingesetzte Emissionsprospekt sei fehlerhaft und daher schon die gesamte Beratung fehlerhaft oder aber die individuelle Beratung habe die in den Risikokapiteln des Prospektes enthaltene Darstellungen verwässert oder entwertet. Allerdings: Die Beweislast für die Falschaufklärung liegt stets beim Anleger, der also im Idealfalle Zeugen für die Beratungsgespräche vorweisen sollte.

„Allerdings ist zu beachten, dass durch die Entscheidungen des Oberlandesgerichts München bereits der Emissionsprospekt des SHB-Altersvorsorgefonds für fehlerhaft angesehen wurde und die gesamte Fondkonstruktion nach Ansicht des Oberlandesgerichts auf einen Liquiditätsengpass des Fonds hinausläuft. Über dieses Risiko ist nach hiesiger Kenntnis in den Prospekten überhaupt nicht aufgeklärt worden, so dass hier noch ein weiterer Prospektfehler vorliegen könnte. In einem solchen Fall kann der Anleger natürlich wesentlich einfacher argumentieren: Üblicherweise ist im Zeichnungsschein bereits bestätigt worden, dass die Beratung auf der Grundlage eines Prospektes erfolgte. Wenn dieser Prospekt fehlerhaft ist, war damit auch die Beratung fehlerhaft. Schadensersatzklagen gegen die eingesetzten Berater dürften daher durchaus erfolgversprechend sein‘“, meint der Berliner Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke, der langjährige Erfahrung bei Klagen gegen Vermittler besitzt.

Der Jurist rät allen Anlegern, ihre Ansprüche umfassend durch spezialisierte Anwälte prüfen zu lassen.